Kapp-Putsch März 1920 – Abwehrkämpfe in Berlin und anderswo

Mittwoch 11. März 2020 19 Uhr

Klaus Gietinger:

Kapp-Putsch März 1920 –

Abwehrkämpfe in Berlin und anderswo

Galerie Olga Benario, Richardstr. 104, Berlin-Neukölln

Pünktlich zum 100. Jahrestag rollt Klaus Gietinger die Geschichte des Militärputsches und der Abwehrkämpfe neu auf, liefert kaum bekannte Fakten.

Ein wichtiges, vergessenes Kapitel deutscher Geschichte: Der Versailler Vertrag verlangte die Reduzierung der Reichswehr und die Auflösung der konterrevolutionären Freikorps.

Die Reichsregierung kam dem nach.

Daraufhin putschten die Freikorps. Wolfgang Kapp, Aufsichtsrat der Deutschen Bank, rief sich zum Reichskanzler aus.

Die Regierung floh, kurz vorher hatten die SPD-Mitglieder ihre Namen unter einen Generalstreik-Aufruf setzen lassen.

Der größte Streik, den Deutschland je sah, folgte. Zahlreiche Reichswehr-Kommandeure sympathisierten mit den Putschisten.

Die Brigade Ehrhardt hatte Berlin zwar besetzt, doch sie war ohne Strom, ohne Wasser und ohne Zeitungen. Wahllos schossen die Putschisten in Demonstrationen. In Hennigsdorf, Spandau, Köpenick und Adlershof kam es zu bewaffneten Kämpfen mit Arbeitern. Nach fünf Tagen mussten die Obristen aufgeben.

Die Regierung kehrte in die Hauptstadt zurück.

In Köpenick und Adlershof gaben sich die Hakenkreuzler jetzt als Regierungstruppen aus und ermordeten die, die die Waffen niederlegten.

Auch in Mitteldeutschland und im Ruhrgebiet war es zu erfolgreichen Kampfaktionen gegen die Freikorps gekommen. Der Pott wurde befreit. Es bildete sich eine Rote Ruhrarmee aus der SPD-, USPD- und KPD-Basis und den Syndikalisten, mit bis zu 80 000 Kämpfern. Teils waren Bürgerliche beteiligt. Man wollte eine Volkswehr, die Bestrafung der Putschisten und Sozialisierung. Carl Severing (SPD) schloss mit den Arbeitern ein Abkommen, das Zugeständnisse machte. Aber nicht nur General von Watter, der kommandierende Militär wollte kein Abkommen. Und die Freikorps, die meisten schon mit Hakenkreuz am Stahlhelm, bekamen jetzt von der geretteten Regierung freie Hand… Zeit daran zu erinnern. Fotos: Bundesarchiv/gemeinfrei

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert